3 Tage in Venedig: von den berühmten Sehenswürdigkeiten zu versteckten Ecken

3 Tage in Venedig: von den berühmten Sehenswürdigkeiten zu versteckten Ecken

17.07.2025

12 Min. zum Lesen

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Planen Sie einen dreitägigen Aufenthalt in Venedig? Drei Tage bieten Ihnen ausreichend Zeit, um die bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt zu bewundern, ihre ruhigeren Momente zu genießen und Orte zu entdecken, die nicht immer in den Reiseführern zu finden sind.

Warum sich drei Tage in Venedig lohnen

Venedig lässt sich am besten zu Fuß erkunden. Natürlich könnten Sie versuchen, alles an einem einzigen Tag zu sehen, doch es gibt einen großen Unterschied zwischen dem bloßen Abhaken von Sehenswürdigkeiten und dem wirklichen Erleben einer Stadt. Wenn Sie sich drei Tage Zeit nehmen, können Sie das Tempo drosseln – durch ruhigere Gassen schlendern, einen zweiten Espresso genießen, ohne auf die Uhr zu schauen, und die berühmten Bauwerke ohne Eile besichtigen.
Mit etwas mehr Zeit lohnt es sich auch, über die Hauptinsel hinauszublicken. Eine Fährfahrt nach Murano oder Burano ist ein lohnenswerter Ausflug und verleiht Ihrem Aufenthalt eine ganz neue Dimension.

Tag 1 – Ikonisches Venedig: Plätze, Paläste und Gondeln

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Piazza San Marco und Basilika San Marco

Beginnen Sie Ihren ersten Tag in Venedig auf der Piazza San Marco. Der Platz ist zugleich imposant und einladend. Wenn Sie früh am Morgen ankommen, bevor der große Andrang beginnt, können Sie vielleicht erleben, wie die Stadt im sanften Morgenlicht über der Kuppel der Basilika San Marco erwacht.

Die Fassade beeindruckt mit ihren Kuppeln und Mosaiken, doch auch das Innere ist sehenswert. Goldene Akzente, Marmor und sanftes Licht schaffen eine friedliche, einladende Atmosphäre. Der Eintritt ist frei, für einige Bereiche fällt jedoch ein Aufpreis an; zudem können Sie gegen Gebühr eine Reservierung vornehmen und so Wartezeiten umgehen. Für Abenteuerlustige lohnt sich der Aufstieg zur oberen Terrasse – der Blick auf den Platz ist herrlich.

Der Dogenpalast und die Seufzerbrücke

Hinter der Basilika befindet sich der Dogenpalast, jahrhundertelang Sitz der venezianischen Regierung und Residenz des Dogen. Von außen wirkt er einschüchternd, doch im Inneren überrascht er mit weiten Räumen, Holzdecken und prächtigen Gemälden – eher wie ein Museum als ein Regierungssitz.

Ein unvergesslicher Moment ist der Gang über die Seufzerbrücke am Ende der Führung. Der Name geht auf die Vorstellung zurück, dass Gefangene hier ihren letzten Blick auf die Stadt warfen und seufzten, bevor sie ins Gefängnis mussten. Es ist ein kurzer, schmaler Gang mit winzigen Fenstern und einer melancholischen Atmosphäre. Zwar wird das Äußere der Brücke häufig fotografiert, doch erst das Überqueren vermittelt das historische Gefühl hautnah.

Gondelfahrt bei Sonnenuntergang auf dem Canal Grande

Es hat etwas Magisches, Venedig vom Wasser aus zu sehen – es verändert die gesamte Perspektive. Eine Gondelfahrt ist eines der zeitlosesten Erlebnisse der Stadt. Besonders zum Sonnenuntergang, wenn die Kanäle golden schimmern, wirkt Venedig ruhiger und friedlicher.

Gondolieri finden Sie an vielen Orten, vor allem in der Nähe der Rialtobrücke oder am Markusplatz. Die Preise sind festgelegt, allerdings können sich Route und Dauer je nach Tageszeit und Besucherandrang leicht unterscheiden – fragen Sie am besten vorher nach.

Wenn Sie es lieber einfach halten möchten, nehmen Sie ein Traghetto – eine einfache Gondelfähre, die an verschiedenen Punkten den Canal Grande überquert. Die kurze Fahrt wird überwiegend von Einheimischen genutzt, vermittelt Ihnen jedoch einen authentischen Eindruck vom Leben auf dem Wasser.

Tag 2 – Kunst, Inseln und authentischer Genuss

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Dorsoduro und Venedigs Kunstszene

Die Ruhe finden

Der Weg nach Dorsoduro bringt Sie in ein entspannteres, gemächlicheres Viertel. Dieser ruhigere Stadtteil wird gleichermaßen von Einheimischen und Studierenden geschätzt und lässt sich leicht auch ohne Stadtplan erkunden. Die Kanäle sind hier gelassener als in anderen Teilen Venedigs, und zahlreiche kleine Cafés laden zu einer Pause zwischen den Spaziergängen ein.

Ein Refugium für Kunstliebhaber

Wenn Sie Kunst mögen, ist Dorsoduro der richtige Ort für Sie. Die Gallerie dell’Accademia beherbergt Werke venezianischer Meister wie Tizian und Bellini und vermittelt einen umfassenden Eindruck von Venedigs Beitrag zur Kunstgeschichte. Nur wenige Gehminuten entfernt erwartet Sie die Peggy Guggenheim Collection – ein völlig anderes Erlebnis mit Kunst des 20. Jahrhunderts von Malern wie Picasso und Pollock, untergebracht in einer alten Villa mit Blick auf den Canal Grande.

Bummeln ohne Museumsticket

Auch wenn Museen nicht zu Ihren Favoriten zählen, ist Dorsoduro ideal zum Spazierengehen. Die Uferpromenade entlang der Zattere bietet freie Sicht auf das Wasser, etwas mehr Platz zum Durchatmen und ausgezeichnete Möglichkeiten, unterwegs ein Gelato zu genießen.

Santa Maria della Salute – ein lohnenswerter Halt

Wenn Sie ohne festen Plan am Canal Grande entlang flanieren, lohnt sich ein Stopp an der Santa Maria della Salute. Diese barocke Kirche mit ihrer markanten weißen Kuppel auf der Nordseite Dorsoduros ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Venedigs. Sie wurde im 17. Jahrhundert als Dank nach einer verheerenden Pest errichtet und bietet heute einen ruhigen Ort, um nach einem ereignisreichen Tag neue Energie zu tanken.

Ein ruhiges Refugium in Venedig

Die Kirche ist zu den regulären Besuchszeiten geöffnet, schließt jedoch oft zur Mittagszeit – prüfen Sie daher am besten vorab die Öffnungszeiten. Innen erwartet Sie ein heller, luftiger Raum mit einigen Kunstwerken und einer schlichten Gestaltung – ein wohltuender Kontrast zu den prunkvolleren Kirchen der Stadt.

Selbst ein kurzer Besuch lohnt sich, denn der Ausblick von hier über das Wasser zurück nach San Marco ist allein schon Grund genug für einen Abstecher.

Murano, Burano und Torcello

Am Nachmittag empfiehlt sich ein Ausflug zu den nahegelegenen Inseln. Sie sind bequem per Vaporetto erreichbar und jede hat ihren eigenen Charakter.

Murano ist die nächstgelegene Insel und berühmt für ihre jahrhundertealte Glasmacherkunst. In kleinen Werkstätten können Sie beobachten, wie Glas noch immer von Hand geblasen wird. Entlang der Kanäle reihen sich Geschäfte mit farbenfrohen Vasen, Schmuckstücken und Lampen. Auch wenn Sie nichts kaufen möchten, ist das Zuschauen faszinierend.

Burano, rund 30 Minuten weiter, ist kleiner, ruhiger und bekannt für seine farbenfrohen Häuser. Die Kanäle sind schmal, die Brücken niedrig, und das Tempo gemächlich. Auch die traditionelle Spitzenherstellung hat hier ihre Wurzeln, wird heute jedoch meist nur noch als Kunsthandwerk gepflegt.

Wenn Sie Zeit und Energie erübrigen können, liegt Torcello nur eine Vaporetto-Station hinter Burano. Offene Grünflächen, wenige verstreute Häuser und eine alte Kathedrale mit Mosaikfußboden machen den Reiz aus. Die Insel ist klein, aber der Kontrast zum übrigen Venedig ist besonders eindrucksvoll.

Abendessen wie ein Einheimischer in San Polo oder Cannaregio

Nach einem Tag voller Bootsfahrten und Spaziergänge bietet sich ein entspannter Abend in einem der belebteren, aber weniger touristischen Stadtviertel an. San Polo und Cannaregio sind dafür ideal.

In San Polo finden Sie kleine Restaurants zwischen stillen Plätzen und schmalen Gassen. Bei gutem Wetter wird draußen serviert, oft mit einfachen, typischen Gerichten wie gegrilltem Fisch, frischer Pasta und saisonalem Gemüse. Besonders empfehlenswert sind die handgeschriebenen Tagesangebote auf Tafeln an den Türen – dort finden sich meist die authentischsten Spezialitäten.

Cannaregio zieht ein jüngeres, lokaleres Publikum an. Entlang der Kanäle gibt es zahlreiche Bars für einen Aperitif vor dem Abendessen. Hier sollten Sie unbedingt Cicchetti probieren – kleine Häppchen, die in den typischen Bacari serviert werden. Eine venezianische Variante der Tapas, am besten zu einem Glas Wein oder einem erfrischenden Spritz.

Ein ruhiger Tisch, aufmerksamer Service und ein kurzer Spaziergang zurück zur Unterkunft – so klingt der perfekte Abschluss eines weiteren Tages in Venedig.

Tag 3 – Verborgene Winkel und lokale Lieblingsorte

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Spaziergänge, Buchläden und Ausblicke

Beginnen Sie Ihren letzten Tag mit einem gemütlichen Spaziergang durch weniger bekannte Teile der Stadt. Ohne festen Plan stoßen Sie wahrscheinlich auf versteckte Kanäle und stille Innenhöfe in Wohnvierteln. Ein Ort, den Sie sich gezielt vormerken sollten, ist die Libreria Acqua Alta. Diese kleine Buchhandlung ist berühmt für ihre Bücherstapel, die in Badewannen, Booten und sogar in einer echten Gondel lagern – teils aus praktischen Gründen, teils auf charmant-verspielte Weise.

Ganz in der Nähe befindet sich der Palazzo Contarini del Bovolo, ein kleines Palais mit einer markanten Wendeltreppe. Dieses Bauwerk wird oft übersehen, doch der kurze Aufstieg lohnt sich – oben erwartet Sie einer der schönsten Ausblicke Venedigs. Ebenfalls empfehlenswert ist die Dachterrasse des Fondaco dei Tedeschi, eines Kaufhauses nahe der Rialtobrücke. Der Eintritt ist kostenlos, jedoch ist eine Vorabreservierung erforderlich.

Entspannung auf San Giorgio Maggiore

Direkt gegenüber des Markusplatzes liegt die kleine Insel San Giorgio Maggiore, von der sich einige der atemberaubendsten Ausblicke auf Venedig bieten. Sie ist nur eine kurze Vaporettofahrt entfernt und ein ruhiger Ort, um der Hektik zu entkommen.

Mittelpunkt der Insel ist die palladianische Kirche San Giorgio Maggiore mit ihrer strahlend weißen Fassade zur Lagune. Das Innere ist hell und von ruhiger Atmosphäre geprägt. Gegen eine geringe Gebühr können Sie mit dem Aufzug auf den Glockenturm fahren – von hier aus eröffnet sich ein Panoramablick über die Dächer der Stadt, die Kuppeln von San Marco und die dazwischenliegenden Wasserstraßen. Eine friedliche Aussicht, weit entfernt vom Gedränge der bekannten Aussichtspunkte.

Im Anschluss können Sie die Insel zu Fuß erkunden oder einfach auf einer Bank verweilen. Es ist ein idealer Ort, um am letzten Tag in Venedig noch einmal zur Ruhe zu kommen.

Ohne Plan durch Venedig streifen

Nehmen Sie sich vor der Abreise noch ein bis zwei Stunden Zeit für einen Spaziergang ohne Ziel. Keine Route, kein Zeitplan – lassen Sie sich einfach durch leere Gassen treiben, überqueren Sie jede Brücke, die Ihre Aufmerksamkeit erregt, und folgen Sie der Stadt, wohin sie Sie führen möchte. Gerade in solchen Momenten zeigt sich Venedig von seiner persönlichsten Seite. Vielleicht entdecken Sie einen versteckten Platz, auf dem Kinder spielen, oder einen so stillen Kanal, dass er wie ein Geheimnis wirkt.

Jetzt geht es nicht mehr darum, Sehenswürdigkeiten abzuhaken. Gönnen Sie sich lieber einen Kaffee, werfen Sie einen Blick in ein kleines Geschäft oder setzen Sie sich einfach ans Wasser und lassen Sie die Eindrücke auf sich wirken. Wenn es schließlich Zeit ist, aufzubrechen, werden Sie das Gefühl haben, Venedig nicht nur gesehen, sondern ein Stück weit erlebt zu haben – fast so, als wäre es für einen Moment Ihr Zuhause gewesen.

Praktische Reisetipps für Ihren Besuch in Venedig

Wo sollte man in Venedig übernachten?

Venedig lässt sich mit etwas Planung leicht erkunden. Diese Tipps helfen Ihnen, Ihren Aufenthalt reibungslos zu gestalten.

Ein Hotel in den zentralen Bereichen wie Rialtobrücke, Markusdom oder Dogenpalast bringt Sie in fußläufiger Nähe zu den meisten Sehenswürdigkeiten. So können Sie jederzeit für eine kurze Pause oder ein Nickerchen ins Hotel zurückkehren.

Für ruhige Morgen- oder Abendspaziergänge eignen sich Unterkünfte am Canal Grande oder in ruhigeren Stadtvierteln wie Dorsoduro. Diese Lagen bieten Nähe zu vielen Museen und eine entspanntere Atmosphäre. Bedenken Sie, dass die meisten Orte in Venedig nur ein oder zwei Brücken von den wichtigsten Highlights entfernt sind.

Buchen Sie Ihre Unterkunft am besten frühzeitig, besonders in den beliebten Reisezeiten Frühling und Herbst, wenn begehrte Hotels schnell ausgebucht sind.

Nützliche Tipps, um Venedig ohne Unannehmlichkeiten zu genießen

  • Fortbewegung: Die Stadt lässt sich bequem zu Fuß erkunden; die meisten Sehenswürdigkeiten liegen nah beieinander. Für längere Strecken oder für Fahrten zu den Inseln empfiehlt sich das Vaporetto (Wasserbus). Einzeltickets sind erhältlich, aber bei einem Aufenthalt von mehreren Tagen lohnt sich meist ein Mehrtagesticket – es spart sowohl Zeit als auch Geld.
  • Beste Reisezeit: Frühling und Frühherbst sind nicht ohne Grund besonders beliebt: Das Wetter ist angenehm und die Stadt lebendig, aber nicht überfüllt. Im Sommer wird es oft sehr heiß und voll, während der Winter ruhiger und ursprünglicher wirkt – allerdings oft mit Nebel oder Acqua alta (jahreszeitlich bedingtem Hochwasser).
  • Unterkunftstipp: Wenn Sie mit Gepäck anreisen, ist es praktisch, in der Nähe einer Vaporetto-Station zu wohnen. Außerhalb der touristischen Zentren – etwa in Dorsoduro oder Cannaregio – finden Sie oft günstigere und zugleich ruhigere Unterkünfte.
  • Kulturelle Hinweise: Restaurants öffnen zum Abendessen erst gegen 19 Uhr. Mittags essen die meisten zwischen 12:30 und 14:30 Uhr, und kleinere Geschäfte schließen oft am Nachmittag.

Beachten Sie bitte, dass man sich bei nächtlichen Spaziergängen – insbesondere in Wohngebieten – leise und rücksichtsvoll verhalten sollt

Und vor allem: Machen Sie sich keine Sorgen, wenn Sie sich verlaufen. Venedig ist überschaubar, und gerade das ziellose Umherstreifen macht oft den besonderen Reiz aus.

Mehr von Italien mit Europcar entdecken

Wenn Sie genug von Kanälen und stillen Gassen haben, ist es vielleicht Zeit, weiterzureisen. Ein Mietwagen kann hier sehr praktisch sein.

Die Anmietung bei Europcar ist in Venedig einfach: Es gibt Stationen sowohl in Mestre auf dem Festland als auch am Flughafen, mit einer großen Auswahl an Fahrzeugen – vom Zweisitzer für Paare bis hin zu größeren Wagen für Familien oder kleine Gruppen.
So sind Sie flexibel unterwegs und nicht auf Zugfahrpläne oder Transfers angewiesen.

Wenn Sie vorhaben, weiterzureisen oder Venedig mit anderen Zielen zu verbinden, lohnt sich ein Blick auf die verschiedenen Europcar-Angebote.

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